GRAZ - MITTE
TRIFFT
DIE WELT

Ein Morgen im September 2020

Im Ohrenstöpsel lief das Morgenjournal, der Kreislauf war gut in Schwung; auf der täglichen Runde war die junge Frau heute mehr Bekannten als sonst begegnet – das spätsommerliche Hoch hielt sich seit Tagen; am glasgedeckten Damm an der Bahn konnte man in fünfzehn Minuten mit dreimal Wenden zwei Kilometer entlangtraben und über dem Schlossberg die Sonne aufgehen sehen; unten an der grünen Böschung, die man hier als Lärmschild errichtet hatte, glitten die Frühzüge dahin. Sie zog die letzte Kurve um eine der jetzt benutzten Spielzonen, winkte den Gärtnern, die dort wie immer das Kehren und Säubern besorgten, und bog vom Damm nach Westen; von der schmalen Brücke, die sie jetzt überquerte, sah sie die darunter eingezogene Ebene der Parkplätze und passierte mit zwanzig Schritten das parallel zum Damm gestellte Spalier fünfgeschossiger Wohntrakte; am letzten Stück entlang der Dachgärten, die über den neuen Büro- und Gewerbehallen aufgeblüht waren, nahm sie das Tempo zurück; der kristallin geformte Wohnturm vor ihr, wo sich ganz oben, fast dreißig Meter über Terrain, ihre Wohnung befand, glitzerte im Morgendunst; sie blickte kurz zurück zum Waldrücken des Plabutsch und öffnete mit dem Sprachcode das Haustor.

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Alles da, alles nah

Das Timing war perfekt, ihr Mann hatte schon die Kleine mit Frühstück versorgt und nochmals Kaffee aufgestellt; nach der Dusche und einem frischen Espresso würde sie nur 200 m Fußweg zur S-Bahn-Station brauchen und locker ihren Zug erreichen – die Mur aufwärts zur Arbeit in einem technischen Büro in Gratkorn. Ihr Mann würde währenddessen die Tochter zu dem Kindergarten bringen, der im Zentrum neben der List-Halle aufgemacht hatte, und dann mit dem Fahrrad bei seinem Gleitzeit-Job im Unfallkrankenhaus eintrudeln; im Winter ging das für ihn auch mit dem Bus. Überhaupt konnten die Kinder allein die Strecke zu Schule und Kindergarten gehen: vor den Wohntürmen zog sich ein breiter Grünstreifen zur List-Halle und weiter zum Quartierzentrum; und dort rundum hatte sich der gleichberechtigte, entschleunigte Umgang aller BenutzerInnen mit dem Straßenraum gut eingespielt: Dieser Weg war angenehm und sicher, auch für die Kleinen.

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Erschwingliche Preise

Sie hatten sich vor fünf Jahren aus mehreren Gründen für diese Wohnung entschieden: die Lage „hinter“ dem Bahnhof war erschwinglich und zugleich doch ganz zentral; man braucht kein eigenes Auto, denn mit S-Bahn, Straßenbahn und Bussen in Gehdistanz, mit dem neuen, freundlichen Spaziertunnel zum Hauptknoten des öffentlichen Verkehrs der Region war man in Sachen Mobilität individueller „Reichweite“ bestens versorgt, fast privilegiert; und wenn für große Einkäufe oder Ausflüge ein Auto nötig war,gab es direkt im Wohnquartier in den offenen Garagen unter dem Lärmschutzdamm Elektro-Mobile im Car-Sharing; in puncto Energiebilanz entsprach die Anlage allerhöchsten Kriterien – da konnte man mittelfristig das Haushaltsbudget wirklich entlasten: Geothermie, Photovoltaik, Biogastechnik und sonst noch einiges machten das Ganze zu einem Selbstversorger im Hinblick auf Ausrüstung mit Strom, Kälte, Wärme und Wasser. So bot das Glasdach über dem Damm an der Bahntrasse nicht nur Wind- und Wetterschutz ohne viel Verschattung, sondern wirkte auch als riesiges photovoltaisches Kraftwerk, entwickelt mit regionalem Know-how.

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Wohnen & Arbeiten

Und nicht zuletzt war das Quartier so geplant, dass es kein Wohnghetto wurde – was vorher selbst bei den ambitioniertesten Projekten am Ende stets herauskam –, sondern es bot von Anfang an, wegen der Widmungsauflagen, wegen der erstklassigen Verkehrsanbindung und der Einbettung in bestehende und zugewachsene Infrastruktur eine Mischung urbaner Funktionen: In die Hallenräume zwischen und unter den Wohntrakten zogen Kleingewerbe, Designer, IT-Unternehmen, Dienstleister, Restaurants, Cafés, Sporthallen, Yogastudios; dazu die etablierte List-Halle als Kulturfokus, daneben das Kinder-Jugend-Altenzentrum mit Bibliothek und Lebensmittelmarkt und die vielfältigen Grünbereiche – in Summe eine Aufenthaltsqualität und entspannte Dichte der Angebote, die man sonst nur in alten Stadtkernen fand, dort allerdings zu unerschwinglichen Preisen und bei schlechteren Verkehrsverhältnissen ...Sie würde am Rückweg nachmittags eine Station weiterfahren, das Stück vom Nordtunnel des Bahnhofs zum Spar-Markt zu Fuß gehen, ein paar Kleinigkeiten besorgen, bei ihrem Haarstudio vorbeischauen, mit der Kleinen am Abend das Eggenberger Wellnessbad aufsuchen – mit dem Rad oder per Bus nur fünf Minuten weit, die hatten täglich bis 21 Uhr offen; Musik in der List-Halle gab es wieder am Wochenende – auch das wortwörtlich „um die Ecke“.

Otto Kapfinger




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